Rund um den Plot

Der Plot in drei Akten

Heute reden wir über den 3 Akte Plan.

Warum sollte man seine Geschichte überhaupt in Akte aufteilen? Ist es nicht viel besser so zu schreiben, wie es einem in den Sinn kommt? Ich mach das. Mir sind die Akte egal. Wer braucht schon Akte?

Das waren meine ersten Gedanken zu dem Thema. Dann habe ich mir meine Geschichten angesehen und festgestellt. Mist. Auch wenn ich noch nie von diesem drei oder auch sieben Akten gehört hatte. Ich habe mich unterbewusst dran gehalten. Ich bin in meiner Jugend viel Zug gefahren und hatte viel Zeit zum Lesen. Der Aufbau einer Geschichte ist mir mit den Jahren in Fleisch und Blut übergangen, ohne dass ich darüber nachdenken musste.

ABER. Jetzt weiß ich, dass es diese Akte gibt. Jetzt kann ich mir einen Zettel nehmen und mir nach den Akten Notizen machen und erstaunlicherweise vereinfacht das meine Arbeit, während ich einen Plot plane.

Fangen wir also mit den 3 Akten an.

Akt 1. Die Einführung

Der Leser erfährt hier erst einmal, um was oder auch, um wen es geht. Wer ist unser Protagonist. Wie lebt er, was macht ihn aus? Egal, ob man mitten in der Geschichte einsteigt, oder etwas davor. Der Leser will wissen, mit wem er es zu tun hat.
Das Ganze jedoch bitte, ohne zu langweilen. Dazu stelle ich mir einige Fragen.

Ist es wichtig, dass der Leser weis, was mein Protagonist arbeitet?
Muss er JETZT wissen, wie er aussieht?
Ist das Geschlecht von Nöten?
Will jemand wissen, wie oft und wie lange er Zähne putzt?
Was sind die herausstechenden Besonderheiten?

Na, ist euch was aufgefallen? Keiner will wirklich etwas über die Zahnhygiene von Werwölfen lesen. Zumindest nicht auf den ersten Seiten. Man kann die Tagesroutine wunderbar auf ein Minimum beschränken. Sollte man sogar. Ein knackiger Einstieg in die Geschichte. Die Randdaten werden gesetzt.

Trotz der Mittagshitze musste der Betrieb, ohne störende Unterbrechungen, aufrecht erhalten werden. Die pingeligen Hotelgäste hatten bei den unmenschlichen Temperaturen unter der Mittagssonne von Los Angeles weit weniger Geduld als gewöhnlich. Heute schien es für sie eine Zumutung zu sein, auch nur eine Sekunde zu lange auf die Erfüllung ihrer Wünsche zu warten. Ein Umstand, der für Luke jede Hoffnung auf Trinkgeld zunichte machte.

Die ersten Zeilen aus Wolfkisses. Was wissen wir bis jetzt über unseren Protagonisten? Er ist in Los Angeles. Damit hat der Leser bereits ein Bild vor Augen. Wir sind in Amerika. Es ist heiß. Vermutlich Hochsommer und unser Protagonist Luke arbeitet in einem Hotel. Die pingeligen Hotelgäste sind ein Hinweis darauf, dass es keine Absteige ist.

Luke wird im Verlauf der nächsten Zeilen von seinem Chef losgeschickt um etwas abzuholen. Eine Alltäglichkeit für ihn. Doch beim Erreichen seines Ziels ändert sich etwas. Aus der Alltäglichen Situation wird eine, die ihn verwirrt und von seinem eigentlichem Weg abbringt.

Auch das gehört in den ersten Akt.

  • Was ist es, dass den Protagonisten dazu bringt anders zu handeln, als er es gewöhnt ist.
  • Was zwingt ihn dazu, sich den Gegebenheiten anzupassen?
  • Was ist der Grund, der Auslöser für die eigentliche Geschichte.

Wählt euren Einstieg in die Geschichte nicht zu früh. Viel Vorgeschichte ist meistens nicht nötig, sondern zieht das ganze wie Kaugummi, unnötig in die Länge. Sich ziehende Anfänge sind einer der Hauptgründe, warum Bücher abgebrochen werden.

Der 2te Akt. Der Weg ist das Ziel

Unser Protagonist hat also festgestellt, dass sein Leben so nicht weiter geht, oder dass er es so nicht weiter führen möchte. Er will etwas erreichen, verhindern, finden, suchen. Vielleicht will er auch gar nicht, vielleicht muss er ja? Was muss er dafür opfern? Gibt er seine Sicherheit auf? Verlässt er sein zu Hause? Muss er Freunde und Familie zurücklassen? Wie verändert sich sein Handeln?

Alles im Allen muss der Charakter sich mit einer neuen Situation zurechtfinden. Er wird aus der Routine gerissen und muss damit klar kommen. Er muss handeln, weil er nicht so weiter machen kann wie bisher.

Im Laufe des zweiten Akts spitzt der Konflikt sich immer weiter zu. Er wird unausweichlich, bis es zum Tiefpunkt des Helden kommt. Der zweite Akt endet meistens mit einem Rückschlag. Unserem Helden wird der Weg zum Ziel verbaut. Sei es durch äußere Umstände, weil der Antagonist einfach besser ist oder dadurch, dass er es mit seinem Handeln selbst versaut. Es ist der Moment, in dem alles verloren scheint. Ein Verrat wird aufgedeckt, der Held weiß nicht mehr, wem er glauben kann, an wenn er sich wenden kann.
Seine komplette Sicht auf die Dinge wird noch einmal in Frage gestellt.
Zeit für Werbung … oder den dritten Akt.

Der 3te Akt. Die Auflösung

Jetzt heißt es Alles oder Nichts. Der Protagonist könnte sich jetzt seinem Schicksal ergeben, aber das will doch nun wirklich keiner lesen. Es bleibt eine kleine Chance, das Ruder herumzureißen und hier muss der Protagonist handeln. Er muss alles auf eine Karte setzten um das Schicksal doch noch zu seinen Gunsten herumzureißen. Was tut er/sie?

Hier entscheidet sich, ob seine Mühen es wert waren. Bekommt die Beziehung eine Chance? Schafft er es, dem Gangsterboss das Geld abzujagen? Überlebt er/sein Königreich?

Viele lesen hier gerne ein Happy End. Aber es muss nicht sein. Es ist deine Geschichte und auch wenn der Held glücklich und stärker daraus hervorgehen kann, könnte es sein, dass er zwar den Kampf gewinnt, aber etwas anderes dabei verliert.

Hat euch das geholfen, oder würdet ihr euren Plot gerne noch weiter unterteilen? Dann schaut nächste Woche vorbei, wenn wir uns den 7 Akte Plan genauer anschauen und herausfinden, in wie weit er sich von den drei Akten unterscheidet.

Wie immer gilt: Wenn euch der Artikel gefallen und/oder geholfen habt, würde ich mich freuen, wenn ihr ihn teilt!

Alles Liebe
Katania

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